Auswandern aber Wo hin?

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Amen. Meine Frau ist (pre 2022) in die Ukraine geflogen, weil das allmächtige Gesundheitssystem in D. kein Problem gesehen hat. Die Ukrainer (Kiev, Uniklink, international anerkannte Spezialistin) haben eines gesehen und gelöst. In D. wurde danach beschieden: Wie wir gesagt haben, beobachten, geht manchmal von alleine weg!

Wir zahlen in der Schweiz nicht mal halbsoviel für mehr Leistung. Das Gesundheitssystem in D. ist gut, aber für jeden, der den Höchstsatz zahlt eine miese Abzocke. Als Student habe ich für 6 Monate meine Frau und mich für 80€/Monat versichert. Ein Jahr später haben wir beide den Höchstsatz geblecht. Sprich fast 1600€ inclusive Arbeitgeberanteil. Und für diesen Preis stimmt die Leistung absolut nicht. Man subventioniert in D. alles und jeden mit seinen Beiträgen mit.
Und das deutsche Flatrate-System ist imho völliger Unsinn. Arztbesuche kosten die Allgemeinheit Geld, und dafür muss ein Bewusstsein her. Aktuell ist es wie im all-inclusive Hotel, wo überall 3/4 volle Getränke rumstehen weil kost' ja nix.

Das deutsche Gesundheitssystem war für uns einer starker Faktor, zu gehen und nicht wieder zu kommen.

Very true.

Aha - das seltsame Beispiel mit der Ukraine zeigt, dass nicht jeder in DE praktizierende Arzt/jede Klinik unfehlbar ist - was für eine Erkenntnis🙄 mehr kann man daraus beim besten Willen nicht ableiten.

"Miese Abzocke", "subventioniert alles und jeden" - das sagt schon viel aus. Ja, der junge, gesunde, ledige und gutverdienende Absolvent zahlt in DE den Höchstsatz, damit die 2 Kinder und die Frau des "einfachen Arbeiters" auch versichert sind und entsprechende Leistungen erhalten - das ist (bspw. für mich) ein Wert an sich. Zusätzlich können sich Lebenssituationen ändern - schnell, gravierend und bei allen - ehe man sich versieht, ist man in einer Lage wo man gerne "subventioniert" wäre.

Zu häufige Arztbesuche/Homöopathie bin ich ganz bei dir.
 
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Wichtig wäre das endlich die Fallpauschalen abgeschafft werden ... und va die Privatisierung gestoppt wird: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2022-12/karl-lauterbach-arztpraxen-investoren-gesetz-ankauf?utm_referrer=https://www.google.com/

Wenn das so weitergeht bekommt der Kassenpatient erstmal nur einen telemedizinischen Kontakt mit einem Callcenter-Arzt in Kalkutta bevor er dann evtl. eine Praxis aufsuchen darf ... da werden Preise für Kassensitze bezahlt, die können sich nur Investoren leisten ... und das die dann v.a. den Proft als Maßgabe an die angestellten Ärzte etc. anweisen ist wohl klar.
 
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Healthcare is free !
engmaschige Betreuung durch Spezialisten
schnelle Termine
saemtliche Vorsorgen
nurses kuemmern sich um ihre eigentlichen Aufgaben, anstatt Essen zu servieren z. B.

"Free" ist es mit Sicherheit nicht, irgendeiner wird es bezahlen - wer?

Die anderen genannten Punkte wie schnelle Termine, Spezialisten (soll es in DE auch geben) und Vorsorgen müssten, wenn sie gravierend anders oder besser wären, bspw. zu einer höheren Lebenserwartung oder einer geringeren Kindersterblichkeit führen. Surprise, beide Zahlen sind im Vergleich zu DE fast identisch.

Mag Gründe geben aus DE auszuwandern, das Gesundheitssystem als Grund anzuführen ist imho etwas fragwürdig.
 

Wheelgunner_45ACP

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Ja irgendwie bezahlt man immer. Und sei es über eine hohe Abgabenlast auf den Lohn.

Bin vor 2 Jahren mit einem Kollegen aus Dänemark ins Gespräch gekommen. Da ist nach seiner Erzählung die Versorgung sagenhaft, nicht nur für die Gesundheit. Auch Kindergarten und Krippenplatz für jedes Kind. kostenfrei. Als "Gegenleistung" in Summe 86% Abgaben auf das Brutto. VW Lupo und Vergleichbare sind die meistgekauften Autos. Wegen der hohen MWSt werden größere Autos schnell überproportional teuer.
 
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Wer weiß wie es im Osten so aussieht?
Wer möchte da schon Arzt sein?
Gähn mal wieder nach Aufmerksamkeit schreien?

Ich kann für 3 Landkreise im NW Brandenburgs bzw S von Mecklenburg-Vorpommern sprechen in deren Zentrum meine Familie und ich Leben. (Ich könnte auch noch über eine Ostdeutsche Großstadt sprechen, in welcher ich 5 Jahre studierte)

Wir haben Kliniken und Kreiskrankenhäuser mit unterschiedlichen Spezialisten und Abteilungen. Hausärzte, Fachärzte und Zahnärzte. Keiner fühlt sich hier unterversorgt.
(Und ja natürlich gibt es hier auch junge Ärzte, unsere Region ist schön zum Leben. Nicht jeder mag die Großstadt, klar gibt es hier auch Ärzte anderer Nationalität. Meist in dem Krankenhäusern)

Weiter könnte ich noch die Erfahrungen meiner Frau und deren Familie einfließen lassen. Dort ist es nicht besser oder schlechter als hier. Region Niedersachsen, Speckgürtel einer Großstadt.

Dieses ganze Ost-West ist doch nur noch lächerlich, mehr als 30 Jahre nach der Wiedervereinigung.
 
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Aha - das seltsame Beispiel mit der Ukraine zeigt, dass nicht jeder in DE praktizierende Arzt/jede Klinik unfehlbar ist - was für eine Erkenntnis🙄 mehr kann man daraus beim besten Willen nicht ableiten.

"Miese Abzocke", "subventioniert alles und jeden" - das sagt schon viel aus. Ja, der junge, gesunde, ledige und gutverdienende Absolvent zahlt in DE den Höchstsatz, damit die 2 Kinder und die Frau des "einfachen Arbeiters" auch versichert sind und entsprechende Leistungen erhalten - das ist (bspw. für mich) ein Wert an sich. Zusätzlich können sich Lebenssituationen ändern - schnell, gravierend und bei allen - ehe man sich versieht, ist man in einer Lage wo man gerne "subventioniert" wäre.

Zu häufige Arztbesuche/Homöopathie bin ich ganz bei dir.
Es war nicht ein Arzt, es waren >10. Und die Ukraine steht stellvertretend für ganz Osteuropa, bspw Baltikum, die im Bereich Gynäkologie/Gynäkoonkologie wohl etwas weiter sind als das gelobte Land.
Deutschland ist der Mythos seines herausragenden Gesundheitswesens fast so wichtig ist wie der seiner Autos. Und beide verlieren an Substanz.
Und das zeigt sich eben auch darin, dass man zur Behandlung gewisser Leiden besser ins Ausland geht.
Sobald eine fundierte Diagnose vorliegt, funktioniert das Gesundheitswesen in D auf Weltklasse. Aber Früherkennung und Prävention waren bisher sehr enttäuschen/selbstbezahlt und viele Expats haben das abgekreidet. Das mag nur mein Umfeld widerspiegeln, aber in dem lebe ich nunmal.

Ansonsten mag meine Meinung zum Beitragswesen drastisch sein, aber die Verteilung der Abgabenlast in D. ist mMn ein vollkommen unverhältnismäßiger Aderlass für ca 10-20% der Bevölkerung, zu denen ich gehört habe und laut Lebensplanung gehören werde. Das System in D. ist super für alles, was unter dem Durchschnitt liegt beim Einkommen. Leider bin ich nicht bereit, Millionen von illegalen und Leistungsverweigerern aller Art (Rentner sind ok) mit meinen Beiträgen durchzufüttern, um mir dann beim Hausarzt sagen zu lassen, ich soll mit allem, was kein Notfall ist, im nächsten Quartal kommen

Der Ehrlichkeit halber, ich habe irgendwie nirgends in D. wirklich Wurzeln geschlagen. Das macht das Auswandern leicht. Hätte ich einen Ort in D, den ich Heimat nennen könnte, wäre ich vllt geblieben.
 
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Die Antwort ist ganz klar. Nein.

Was bei uns alles operiert und diagnostiziert wird bis zu umfallen, ist in weiten Teilen komplett überflüssig. Grade wieder den jährlichen Mammo schrieb entsorgt. Es ist evidenzbasiert erwiesen, daß mit den üblichen Vorsorgeuntersuchungen mehr Schaden als Nutzen angerichtet wird. Es ist evidenzbasiert erwiesen, daß der allergrößte Teil der orthopädischen Schnipselei mehr Schaden als Nutzen anrichtet. Dafür sind Haus- und Kinderärzte Mangelware. Man bekommt eher tausend Tabletten als einmal ne Physiotherapie verschrieben. Ärzte, die was taugen, sind innerhalb kürzester Zeit in den Privatsektor abgewandert, für die Kassenpatienten bleibt der Schrott. Dieses Gesundheitssystem ist einfach nur krank.
Bitte um kurze Quellenangabe in Bezug auf die Aussage zu den ortho OPs. Danke
 
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bspw. zu einer höheren Lebenserwartung oder einer geringeren Kindersterblichkeit führen
Jetzt kommst du methodisch in schweres Fahrwasser. Kindersterblichkeit halte ich für unbrauchbar, hier liegt D. hinter Belarus und Montenegro. Würde ich mit einem Kleinkind trotzdem nicht hinwollen...
Lebenserwartung:

Diese beiden Tabellen legen nahe, Italiens Gesundheitswesen wäre besser als D. und das glaube ich eher nicht, da mein Onkel (und seine Kollegen bei der EU...) für alles über einer Grippe nach D oder CH fährt.

Das deutsche System stellt das Überleben sicher, und das tut es sehr gut. Weltklasse eher nicht aber weit mehr als ausreichend. Meine Probleme liegen eher in den Bereichen Prävention, chronische Leiden etc. Sprich ich bin ein verzogenes Gör, das sich um seine Lebensqualität sorgt. Denn diese Dinge sind nicht lebensgefährlich aber sie mindern die Lebensqualität, teilweise drastisch.
 
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Hier wird gemault auf hohem Niveau, es wird nicht viele Länder auf der Welt geben wo die ärztliche Versorgung besser ist als in Deutschland.

Man muss sich eben einen guten Allgemeinmediziner vor Ort suchen mit Verbindung zu kompetenten Fachärzten und für die Vorsorge ab einem gewissen alter ist jeder selbst verantwortlich.
 
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