Alpenländische Dachsbracke

z/7

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Leute. Verteidigungsschärfe ohne die Bereitschaft zuzubeißen ist keine. Das würde bedeuten, daß jahrzehntelang Angst für Schärfe gehalten wurde. Will man das dem Verein unterstellen?

Was jetzt passiert ist einfach. Auf die diskrete Eigenschaft hemmungslos Menschen zu beißen oder eben nicht wurde jahrhundertelang selektiert. Wachhund vs. Schoßhund könnt man sagen. Spezielle Jagdhunderassen haben die letzten rund 200 Jahre eben diesen Unterschied genetisch in bestimmten Rassen verankert. Eine auf Mannschärfe oder eben fehlende Mannschärfe durchgezüchtete Rasse von jetzt auf gleich auf die gegenteilige Eigenschaft umkrempeln zu wollen würde bedeuten, die zuchttaugliche Population mal eben auf 0 runterzufahren. Nicht praktikabel.

Was macht man? Man versucht, vorwiegend Exemplare in die Zucht zu nehmen, die eine größere Hemmschwelle haben, ohne dabei zu ängstlich zu sein bzw. genügend Selbstbewußtsein, ruhig zu bleiben, wenn sich ein Nicht-Rudelmitglied der Beute nähert. D.h. man wird momentan eine recht gemischte Population haben aus Individuen, die wenig Hemmungen haben, und solchen, die mehr Hemmungen haben. Das ist wohlgemerkt keine on-off Angelegenheit, sondern eine graduelle.

Die Beurteilung des Verhaltens des Hundes bei der Zuchtprüfung ist obendrein eine sehr schwierige, da gerade hier sehr viel Umwelteinflüsse eine Rolle spielen.

Ob es gelingt, diese Art der Schärfe zu eliminieren, ohne daß andere Eigenschaften leiden, wird man sehen.

Generell bin ich der Ansicht, daß man weniger züchterisch an solchen Dingen basteln sollte, als erstens marketingtechnisch, sprich Abgabe nur an Halter, die sich dieser Eigenschaft bewußt sind und sie im Griff haben, sowie durch Aufklärung, sprich der Halter wird intensiv bei der Erziehung unterstützt.

Es gibt genügend Rassen ohne diese Eigenschaften, keiner ist gezwungen, einen WK, WL, DL, ADBr oder ähnliches zu führen, wenn er damit nicht umgehen kann. Gilt auch für nichtjagdliche Rassen mit diesem Profil.
 
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@ Wipi : ich habe bewusst RASSEN geschrieben, es also nicht auf die ADBr begrenzt!

Ich glaube auch, dass der Begriff mannscharf hier falsch benutzt wurde! Mannschärfe haben nur sehr wenige Jagdhunde - wozu auch!
Zur Verteidigungsschärfe wurde weiter oben ja bereits geschrieben!
 

z/7

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Mannschärfe besagt lediglich, daß der Hund auch ohne etwas verteidigen zu wollen zubeißen würde. Verteidigungsschärfe schränkt das auf den Anlaß Verteidigung der eigenen Person, des Rudels oder von Ressourcen ein. Da es hier im wesentlichen darum geht, ob der Hund einen Menschen beißen würde, ist dieser Unterschied akademisch. In der Praxis eh, weil der Hund von sich aus, und das ist die weit überwiegende Mehrzahl der Beißvorfälle, ohnehin nur zur Selbst-, Rudel- oder Ressourcenverteidigung zubeißt.
 
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Mannschärfe bedeutet, dass der Hund auf Kommando sich auf einen Menschen hetzen lässt!
Oder sehe ich das falsch?
 

z/7

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So ungefähr. Eben ohne für den Hund validen Anlaß außer dem Kommando des Halters.
 
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Mannschärfe bedeutet, dass der Hund auf Kommando sich auf einen Menschen hetzen lässt!
Oder sehe ich das falsch?

Das sehe ich auch so. Die Bereitschaft zur Verteidigung der Ressourcen (Beute, Auto usw.) halte ich für wenig problematisch. Versuche diese züchterisch zu elemenieren dagegen sehr. Wir wissen nicht, ob dadurch gewünschte Veranlagungen, wie z.B. Wildschärfe beeinträchtigt werden.
Da Wildschärfe in den meisten Fällen eine gewünschte und erforderliche Veranlagung ist, sollte man daran nicht herumexperimentieren. Wer als Jäger damit überfordert wird, sollte keinen Jagdhund führen.
Ob man diese Verteidigungsschärfe versucht zu fördern, wie dies früher bei den ADBr üblich und gefordert war, steht auf einem anderen Blatt.

@ Wipi : ich habe bewusst RASSEN geschrieben, es also nicht auf die ADBr begrenzt!

Das habe ich auch so verstanden.

wipi
 

z/7

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Die Bereitschaft zur Verteidigung der Ressourcen (Beute, Auto usw.) halte ich für wenig problematisch.
Da bin ich vollkommen anderer Ansicht. Insbesondere bei Rassen, die sehr selbständig agieren sollen. Da muß von klein auf darauf geachtet werden, dann wird es höchstwahrscheinlich auch gut gehen wie bei @eland, wobei mich da das Alter interessieren würde.

Ich halte es für den größten Fehler überhaupt, diesen Umstand kleinzureden. Gerade WEIL man es erzieherisch durchaus beeinflussen kann. Ich will bei Gott niemandem die ADBr ausreden, es sind feine Hunde. Aber man sollte sich im klaren sein, was passieren kann. Es reicht einmal in 10 Jahren, und dann ist das Weh und Ach groß.
 
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Das sehe ich auch so. Die Bereitschaft zur Verteidigung der Ressourcen (Beute, Auto usw.) halte ich für wenig problematisch. Versuche diese züchterisch zu elemenieren dagegen sehr. Wir wissen nicht, ob dadurch gewünschte Veranlagungen, wie z.B. Wildschärfe beeinträchtigt werden.
Da Wildschärfe in den meisten Fällen eine gewünschte und erforderliche Veranlagung ist, sollte man daran nicht herumexperimentieren. Wer als Jäger damit überfordert wird, sollte keinen Jagdhund führen.
Ob man diese Verteidigungsschärfe versucht zu fördern, wie dies früher bei den ADBr üblich und gefordert war, steht auf einem anderen Blatt.



Das habe ich auch so verstanden.

wipi

Das war bei uns ja ähnlich, es wurde zwar nicht die Verteidigungsschärfe am Rucksack geprüft, aber man sah es schon gerne, wenn der Hund das gefundene Stück verteidigte. Von meinen 7 Hunden hatten 2 ausgeprägte Verteidigungsschärfe - eigentlich empfand ich das nur als lästig! Was soll das auch?
 
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Der sammelt noch Kraft für den finalen Biss. Man sieht schon wie verschlagen geschnarcht wird...;)
ich könnte dir noch ein bild einstelle wo die Tiroler auf dem KOPF der Dachsbracke sitzt.

Dachsbracke ist halt einen dienende Rasse ;););););)

scherz beiseite. Gerade dieser Hund versuchte es mit 10 Wochen das Abendessen vom Herrl zu stehlen und verteidigte seine Beute auch noch zähnefletschend. Das Herrl bildete dann einen Stuhlkreis mit dem Hund, sie tanzten ihren Namen und haben darüber diskutiert.

Das gleiche dann noch mal eine Woche später mit der Freundin des Besitzers.... selbiges Prozedere.

Wie man sieht hat die Diskussion gereicht um einen der friedlichsten Dachsbrackenrüden aus dem Hund zu machen (die Führung durch seinen Besitzer lassen wir natürlich nicht ausser acht).
 
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